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Foto von crosli.de

Dienstag, 15. Januar

Pünktlich um 10 Uhr geht die Reise weiter. Nach dem anstrengenden Tag gestern sind wir uns aber einig, dass es kein langer Tag wird. Die Piste ist immer noch mies. Diese blöden Steine brauchen ganz schön Nerven.

Mit meiner fast zu geringen Bodenfreiheit muss ich extrem auf den Boden achten. Jeder zu große Stein könnte eine Gefahr sein. Ganz schön anstrengend. Und die Augen werden schnell müde.

Am Horizont erscheinen nochmals Sanddünen. Die letzten Ausläufer vom Erg Chegaga bevor es über den Lac Iriki nach Foum Zguid geht. Nochmals Sand? Unbedingt. Erst recht nach den ganzen Steinen. 

Also biegen wir auf die sandige Piste ab. Das geht erstaunlich gut. Als wir dann aber seitlich von der Piste abfahren wollen, passiert es mal wieder. Hier ist der Sand zu weich. Und ich stecke mal wieder. Das haben wir alle schon kommen sehen. Aber einen Versuch war es wert.

Kolumbus scheint wohl ziemlich auf Fanti zu stehen. Oder lässt sich einfach sonst gerne von ihr abschleppen. Naja. Der Nachtplatz ist es wert. Direkt hinter ein paar schönen Sanddünen. Dieser feine Sand ist zwar mittlerweile in jeder Ritze, aber toll ist es immer noch. Das finden übrigens auch die Hunde.

Jackson geht es langsam besser. Er zieht immer mal wieder den Verband runter, den wir dann wieder neu verarzten. Aber mittlerweile lässt er das fast schon problemlos über sich ergehen. Er hat wohl gemerkt, dass wir ihm nichts tun. Ich bin erleichtert. Die Wunder verheilt nur langsam. Aber immerhin macht sie Fortschritte.

Die Vorräte von allen neigen sich langsam dem Ende zu. Gemüse und Früchte sind bei mir schon aus. Die Ernährung wird eintöniger. Aber so werden auch die Lebensmittel, die schon lange im Bus lagern mal gegessen. 

Auf einem Moped kommt ein Marokkaner angefahren. Bachir. Er spricht gutes Französisch und ist sehr nett. Weiter vorne beim Lac Iriki hat er eine Auberge und bietet uns Essen an. Wir möchten aber noch hier stehen bleiben und lehnen dankend ab. 

Das sei kein Problem. Und wir seien hier sicher. Sie würden alle Fahrzeuge kontrollieren, die sie nicht kennen. Wenn wir ein Problem haben, sollen wir zu ihm kommen. Und unseren Müll mitnehmen. Na, selbstverständlich. Aber anscheinend wohl nicht. Er erzählt mir, dass sie hier regelmäßig aufräumen. Das sieht man. Es liegt kein Müll rum. 

Am Lagerfeuer überkommt uns sowas wie Wehmut. Ist das jetzt wirklich schon der letzte Tag in der Wüste? Wir wollen noch nicht gehen. Und entscheiden spontan noch einen Tag hier zu bleiben. Genau diese Spontanität liebe ich am Reisen mit dem Camper.