Früher prägten sie als Arbeitstiere die Strassen. Heute verschwinden sie immer mehr – die Mercedes T1. Aufgrund ihres Herstellungsortes auch Bremer genannt. Einige Mercedes T1 haben allerdings eine neue Aufgabe gefunden – sie fahren nun als Reisefahrzeug durch die Welt. Bei FREDYSFREUNDE stellen wir dir als Inspiration regelmässig einen Camper vor und führen mit seinem Besitzer ein Interview.

Heute stellen wir euch den Abenteurer Iggy vor. Zusammen mit seinen Besitzern Oli & Sabrina fährt er durch die Welt und kommt dank seinem Allrad-Antrieb überall hin! So ein Bremer mit Allrad stand schon länger auf der Fahrzeug-Wunschliste der Beiden. Warum? Das könnt ihr in diesem Interview lesen!

 

Über die Besitzer

Hey ihr! Wir sind die Wegfahrer, Oli und Sabrina Sonntag. Wir sind 48 und 33 Jahre alt und kommen aus Paderborn. 
Seit September 2017 sind wir aus dem Arbeitsleben ausgestiegen und Reisen, zusammen mit unserem Vierbeiner Sam, dauerhaft mit verschiedenen Campern durch die Gegend. Aktuell sind wir mit unserem Mercedes 310d 4×4 Iglhaut in Südspanien unterwegs, nachdem wir vorher 3 Monate in Marokko verbracht haben. Wir genießen es, dem kalten deutschen Winter zu entgehen und fahren immer dahin, wo es möglichst viel Sonne gibt. Gereist sind wir auch vorher schon immer viel und gern mit verschiedenen Campern, aber erst durch den Ausstieg können wir jetzt auch längere und weitere Reisen planen. Sehen wollen wir die ganze Welt 😊. 
Mitte Mai werden wir für ein paar Wochen wieder in Deutschland sein, wo wir im Sommer an verschiedenen Globetrotter-Treffen und Festivals teilnehmen.

Über den Mercedes T1

Modell:  310 D 4×4 Iglhaut
Jahrgang: 1992
Motor / Diesel / Benzin / PS:  310 Diesel mit 95 PS
Getriebe: Schaltgetriebe
Aktueller Kilometerstand: 280.000
Radstand: mittlerer
Sitzplätze: 2
Fahrzeugspezifische Besonderheiten: Allrad

Interview-Fragen

Hat dein Mercedes T1 einen Namen? Wie bist du darauf gekommen?
Unser T1 heißt „Iggy“. Wie man sich denken kann, haben wir den Namen von Iglhaut abgeleitet. Es viel uns spontan ein und wir finden der Name passt gut zu ihm 😊.

Seit wann bist du im Besitz deines Mercedes T1 und wie habt ihr euch gefunden?
Iggy ist tatsächlich erst kürzlich in unser Leben getreten. Trotzdem ist er uns in dieser kurzen Zeit schon sehr ans Herz gewachsen. Für unsere Reise nach Marokko stand eigentlich schon ein Magirus 90d5.2 zur Verfügung. Oli hat dann ca. 1,5 Monate vor der Abfahrt den T1 im Internet entdeckt und kurzerhand ungesehen gekauft. Ein Glücksgriff, wie uns mittlerweile klar ist.

Wo warst du schon überall mit deinem Bus und was ist das nächste Reiseziel?
Da wir Iggy noch nicht so lange haben, halten sich die bisherigen Reisen noch in Grenzen. Bisher waren wir mit ihm die letzten 6 Monate in Frankreich, Spanien und Marokko unterwegs.
Er hat uns absolut überzeugt und soll uns in Zukunft auch auf vielen weiteren Touren begleiten.

Wieso hast du einen Mercedes T1?
Wir haben einen Mercedes T1, weil wir bisher noch keinen hatten 😉. Nein im Ernst, wir lieben die Abwechslung und haben schon sehr viele verschiedene Reisefahrzeuge ausprobiert. Dennoch stand ein Mercedes T1 Allrad schon länger auf unserer – speziell auf Olis – Wunschliste. Gerade für Marokko hat er sich als echtes Multitalent entpuppt. Hinzu kommt, dass es gerade in Nordmarokko gaaaanz viele Bremer gibt. Da fällt man gar nicht mehr so als Tourist auf und hat oft gleich ein paar zusätzliche Sympathiepunkte bei den Locals. Gerade von Iggys großen Reifen waren die Marokkaner begeistert und wir konnten es kaum verhindern, dass Manche uns sogar an einer roten Ampel unter das Auto krabbelten, um sich alles anzuschauen.

Was gefällt dir besonders und was schätzt du an deinem Mercedes?
Der T1 ist sehr kompakt und hat für uns die optimale Reisegröße. Er kommt an Stellen, wo man mit einem großen Allrad-LKW nicht mehr hinkommt und ist doch größer als ein VW-Bulli. Genau diese Mischung aus Platz, Flexibilität und Geländegängigkeit schätzen wir sehr. Ein weiterer Pluspunkt ist das Gewicht. Ich (Sabrina) kann den T1 auch mit dem „kleinen Führerschein“ (max. 3,5 Tonnen) fahren. Er ist außerdem leicht zu händeln und auch optisch finden wir ihn toll.

Jedes Fahrzeug hat auch seine Nachteile. Was gefällt dir nicht?
Aktuell gefällt uns der Spritverbrauch von Iggy nicht. Das liegt aber hauptsächlich an den großen Reifen und dem Dachgepäckträger, könnte also reguliert werden. Ansonsten gibt es eigentlich nichts, was uns nicht gefällt an dem Auto. Ach Moment! Eine Schiebetür bzw. seitliche Tür fehlt uns doch ein bisschen. Hätten wir diese, könnten wir den Ausbau anders planen. Eine Nachrüstung ist eventuell in Planung, steht aber noch nicht fest.

Hat dein Mercedes T1 dich schon stehen lassen? Falls ja, erzähl uns doch die Geschichte dazu.
Klar, und zwar vor kurzem in Marokko mitten in Fès … Wir wollten nur mal schnell die Gummilager für die vorderen Blattfedern wechseln lassen und dabei ist aufgefallen, dass eine Feder direkt an der Aufhängung gebrochen ist. Durch das Hantieren fiel sie komplett auseinander und an Weiterfahren war nicht mehr zu denken. Wir hatten schon Horrorvorstellungen, bei denen wir tagelang im Werkstattviertel von Fès festsaßen. Doch findig wie die Marokkaner so sind, war schnell eine gebrauchte Blattfeder herbeigezaubert. Aus zwei Blattfedern wurde innerhalb von ner halben Stunde eine gemacht. Direkt auf der Straße kalt verformt, damit auch alles richtig passt 😉. Die Jungs waren echt super und wir konnten unsere Reise schnell fortsetzen 😊. Lohn: knapp 30 Euro und ne Dose Bier!

Hast du deinen Bus selbst ausgebaut?
Wir haben den Bus bisher noch nicht selbst ausgebaut. Wir sind mit dem Ausbau losgefahren, der beim Kauf drin war und haben nur kleine Änderungen vorgenommen. Es erschien uns logisch, erst nach der Reise zu entscheiden, wie ein eigener Ausbau letztendlich aussehen sollte. Erst wenn man unterwegs ist, merkt man doch, was einem fehlt oder an welcher Stelle ein bestimmter Einbau am sinnvollsten wäre. So sehen wir auch schon im Vorfeld, was wir wirklich benötigen und worauf wir getrost verzichten können. Im Sommer sind wir für ein paar Wochen wieder in Deutschland und dann wollen wir uns wahrscheinlich mit einem eigenen Ausbau beschäftigen. Ihr dürft also gespannt sein, wie es mit Iggys Innenleben weitergeht 😉

Hast du deinen Ausbau im Voraus genau geplant oder hat sich das so entwickelt? Was war dir wichtig beim Ausbau und was weniger? Über was hast du dir die meisten Gedanken gemacht?
Während unserer Überlegungen zum zukünftigen Ausbau auf unserer aktuellen Reise haben wir viele Ideen gehabt, die sich nach einiger Zeit aber wieder als unpraktisch herausstellten. Ich glaube, den ultimativen Ausbau, der in allen Punkten perfekt ist, gibt es nicht. Es kommt ja immer auch auf die eigenen Gewohnheiten und Prioritäten an. Es gibt aber doch zwei Punkte, die bei den verschiedenen Überlegungen immer wieder im Vordergrund stehen. Ein Festbett, das zum schlafen nicht mehr umgebaut werden muss, sowie einen gemütlichen und praktischen Sitzplatz mit Tisch für mich zum Arbeiten. Gar nicht so einfach, wenn man das Bett aufgrund der schmalen Breite von ca. 1,70m eigentlich nur längs einbauen kann. Mal sehen, wie wir es lösen können.

Der Ausbau: (aktueller Stand)

  • Bett (längs 1,60×2,00m)
  • 75 Liter Frischwassertank
  • 200 Watt Solarpanele seitlich am Dachgepäckträger befestigt (aufstellbar)
  • Dieselstandheizung
  • Isolation: Armaflex
  • 2 Platten Gaskocher
  • Kompressorkühlbox von Dometic (90 liter)

Was würdest du heute anders machen?
Das verraten wir, wenn wir unseren geplanten Ausbau demnächst vorstellen.

Noch mehr?

Gibt es noch mehr von dir und / oder deinem Mercedes T1 im Netz?

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Vielen Dank für das Interview! In unregelmässigen Abständen werden wir dir in der Serie FREDYSFREUNDE einige Bremer und ihre Besitzer vorstellen.


Noch mehr von unserem Abenteuer?

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