Es gibt schon ganz viele tolle Artikel, wo die besten Kreditkarte für eine Weltreise oder Reise-Kreditkarte in einem Vergleich gekürt wird. Diese beziehen sich aber immer auf Deutschland – das funktioniert doch für die Schweiz bestimmt auch, oder?! Einige AGB’s und höfliche Anfragen bei den Kreditinstituten später, schwindet meine Hoffnung. In der Schweiz sind die Möglichkeiten doch sehr beschränkt. Heute möchte ich euch, aber ein tolle Möglichkeit vorstellen – Revolut.

Was macht eine gute Reise-Kreditkarte aus?

  • keine / tiefe Jahresgebühr
  • keine Gebühren für den Auslandeinsatz (häufig ca. 1,5%)
  • günstige Konditionen für den Bargeldbezug im Ausland
  • einfache Aufladung / bezahlen der Rechnung
  • keine / tiefe Jahresgebühr

 

Problem bei Kreditkarten in der Schweiz

Mit diesen Kriterien habe ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Kreditkarte in der Schweiz gemacht. Nachdem ich (zumindest gefühlt) sämtliche Angebote geprüft habe, zog ich ein ernüchterndes Fazit. In der Schweiz gibt es keine Kreditkarte die diese Anforderungen erfüllt – häufig scheitert es an der Gebühren für den Auslandeinsatz.

Diese Gebühren variieren natürlich nach Kreditkarte, sind aber oft bei ca. 1,5%. Bei einer Weltreise (dauernder Aufenthalt ausserhalb der Schweiz) und Kreditkarten-Ausgaben von ca. 1’000 CHF im Monat – macht das im Jahr unglaubliche 180 CHF an Gebühren aus. Geld habe ich am Automaten dann aber noch nicht abgehoben und vom schlechten Kurs fange ich hier jetzt nicht an…

Problem(e) mit deutschen Kreditkarten

Unsere Ersparnisse für diese Reise liegen in Schweizer Franken auf einem Konto in der Schweiz und dies soll auch so bleiben. Ja, vielleicht sind wir da etwas bünzlig ;). Eine deutsche Kreditkarte (die DKB akzeptiert auch Schweizer als Kunden) ist natürlich in Euro geführt. Bei der Aufladung über das dazugehörige Girokonto in EUR muss ich also von meinem CHF-Konto Geld überweisen – dieser Betrag wird in EUR gewechselt. Zudem fallen Gebühren für die Gutschrift auf das deutsche Konto in Fremdwährung an. Nebst dem zusätzlichen Aufwand über das deutsche Giro-Konto mache ich bei der Bezahlung im Ausland (nicht EUR-Zone) einen doppelten Kursverlust. Den Pin-Code meiner DKB-Karte konnte ich bis jetzt nicht wechseln – da dies nur an einem DKB-Automaten in Deutschland möglich ist…

Lösung – Revolut Reise-Kreditkarte

Dann habe ich doch noch eine Lösung gefunden – Revolut! Dabei handelt es sich um eine App aus England. Über diese App kann eine Prepaid-Kreditkarte bestellt werden. Dabei handelt es sich um eine vollfunktionsfähige Mastercard. Es gibt keine Jahresgebühr, sondern nur eine einmalige Bestellgebühr von aktuell CHF 7.00.

Die Kreditkarte kann in mehreren Währungen geführt werden (darunter auch CHF). Die Wechselkurse sind unschlagbar günstig und es fallen keine Gebühren für den Währungswechsel an. Dies bringt insbesondere in der Schweiz viele Vorteile mit sich.

Vorteile der Revolut Kreditkarte

  • keine Jahresgebühr
  • einfache Aufladung direkt über die App (kostenlos über andere Prepaid-Kreditkarte)
  • pro Monat weltweit gebührenfreier Bargeldbezug von umgerechnet CHF 200.00 (ausgenommen Gebühren von fremden Bankomaten  – betrifft alle Karten!)
  • keine Gebühren für den Auslandeinsatz (also keine Fremdwährungsgebühren!)
  • Verwaltung der Kreditkarte über die App (manuelle De-/Aktivierung von Onlinezahlung, Bargeldbezügen, kontaktloses Bezahlen, Bezahlung in Geschäften und sogar der ganzen Karte)
  • Transaktionsübersicht in App
  • super einfache Beantragung über die App
  • unschlagbare Wechselkurse
  • gebührenfreie Überweisungen an ein Bankkonto
  • Karte kann in mehreren Währungen geführt werden

 

Nachteile der Revolut-Kreditkarte

  • einmalige Gebühr für die Karte von aktuell CHF 7.00
  • nur Prepaid (Karte muss vorgängig aufgeladen werden)
  • Gebühren für Bargeldbezüge von umgerechnet mehr als CHF 200.00
  • Kundenservice eher mager und nur in Englisch!
  • Beantragung und Verwaltung nur über App möglich
  • komplette Führung und App ausschliesslich in Englisch!

 

Erfahrungen mit Revolut Kreditkarte

Offiziell gibt es die Revolut-Kreditkarte in der Schweiz erst seit ein paar Wochen. Ich habe aber über eine deutsche Postadresse bereis seit einigen Monaten diese Karte und konnte sie so bereits testen. Nun haben wir aber für Dominic auch noch eine bestellt.

Meine Erfahrung ist durchaus positiv. Die Beantragung und Identifizierung hat super schnell geklappt und die Karte war in beiden Fällen (Deutschland & Schweiz) ohne der kostenpflichtige Express-Lieferung in weniger als einer Woche bei uns. Ich kann die Karte in CHF aufladen und dann zu super Wechselkursen gebührenfrei weltweit damit bezahlen! Zudem kann ich auch noch CHF 200.00 jeden Monat gebührenfrei abheben, wenn man doch Bargeld benötigt. Und Dominic hat ja auch noch eine Karte für weitere CHF 200.00 ;).

Für uns und unsere Ansprüche aktuell definitiv die beste Lösung in Kombination mit unseren anderen Zahlungsmitteln. Da Revolut doch noch sehr unbekannt ist, habe ich mich zu diesem Artikel entschieden. Es erfolgt keine Zusammenarbeit mit Revolut – die wissen nicht, dass ich diesen Artikel schreibe. Aber insbesondere in der Schweiz ist Revolution ein wirklich tolles Angebot – auch als Reise-Kreditkarte. Von uns gibt es eine klare Empfehlung!

 

Ergänzungen nach Erfahrung im Dauereinsatz

Nachdem wir die Kreditkarte im Dauereinsatz aktuell testen, habe ich einige Dinge noch zu ergänzen. Vorab: Wir sind nach wie vor sehr zufrieden!

  • Wir haben je eine Revolut-Karte auf unsere Namen. Die Karten laden wir aber beide mit einer CH-Kreditkarte auf meinen Namen. Bei der ersten Aufladung von Dominic’s Karte wurden unsere beiden Revolut-Karten gesperrt. Aus Sicherheitsgründen würde dies so gemacht, erklärte mir dann der Kundendienst. Dieser löste dann auch das Problem und jetzt funktioniert es problemlos.
  • Es gibt eine Limite von 15’000 EUR für Aufladungen pro Jahr. Danach muss die Herkunft des Geldes nachgewiesen werden (Lohnauszug der letzten 3 Monate, Bankauszug mit Eingang des Gehalts und Bankauszug mit Abbuchung der Revolut-Aufladung). Da wir zwei Karten haben und uns die 30’000 EUR jährlich vollkommen reichen, war dies nicht nötig.
  • Bei manchen Zahlvorgängen wird man gefragt, ob man in Pfund oder in der Landeswährung bezahlen möchte. Unbedingt immer die Landeswährung wählen (also EUR in der EU, USD in den USA, etc.). Nur dann wird der gute Kurs von Revolut verwendet.
  • Sowohl in Island als auch in Frankreich funktionierte unsere Revolut-Karte nicht an Selbstbedienungs-Tankstellen. Den Grund dafür habe ich leider noch nicht gefunden. Bediente Tankstellen und alle anderen Zahlungen haben problemlos funktioniert. Wir empfehlen aber sowieso immer mindesten zwei verschiedene Kreditkarten dabei zu haben für solche Fälle!

Update – 1. April 2018

Ich bin wirklich traurig!! Vor einigen Wochen hat Revolut eine Extra-Gebühr für Schweizer eingeführt. Damit wird das Angebot für Schweizer sehr viel unattraktiver und viele Vorteile fallen weg. Aktuell ist es nicht mehr möglich die Revolut-Kreditkarte kostenlos in CHF aufzuladen.

Bei der Aufladung durch eine CHF-Prepaid-Kreditkarte kommt folgende Meldung:

„CHF Kartengebühr : Wenn du dein Konto mit einer Karte welche ausserhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ausgestellt wurde oder mittels Unternehmenskarte auflädst, dann können wir eine Gebühr erheben um unsere Kosten zu decken. Erkundige dich bei deiner Bank, ob eine Banküberweisung günstiger ist.“

Die Gebühr beträgt ca. 1,67% vom Aufladebetrag. Bei einer Banküberweisung fallen leider auch Gebühren an, da es sich um eine Auslandsüberweisung handelt in CHF (also SWIFT)! Ohne die kostenlose Aufladung in CHF entfallen für uns ganz viele Vorteile. Bei unserer Nutzung lässt sich dieser Betrag nicht durch die besseren Wechselkurse kompensieren.

Wir behalten die Revolut Kreditkarte als Zweitkarte. Aktuell nutzen wir aber als Hauptkarte nun die in EUR geführte DKB-Kreditkarte. Vielleicht findet ja Revolut bald auch für die Schweiz eine attraktive Aufladelösung.

Was denkst du über die Revolut-Kreditkarte und mit welcher Karte hast du auf deiner Reise gute Erfahrung gemacht?


Noch mehr von unserem Abenteuer?

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