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Freitag 11. Januar

Heute geht die Wüstentour weiter. Die letzten Tage habe ich einen Wecker gestellt, damit ich um 10 Uhr zur Abfahrt bereit bin. Meine Mitreisenden kriegen Mitleid und verlegen die Abfahrt auf 11 Uhr. Das ist eher meine Zeit.

Vielleicht bereuen sie es kurz später schon. Ich fahre mich schon bei der Rückfahrt auf die Hauptpiste im Sand fest. Ohje! Das kann ja heiter werden. Ich werde angehängt und abgeschleppt. Wohl nicht das letzte Mal!

Die Piste heute besteht mehr aus Wellblech statt aus Sand. Da freue ich mich schon über einfache Sandpassagen, wo es etwas ruhiger ist. Es gibt aber auch gute Nachrichten. Gestern habe ich das komplette Tablet zurückgesetzt und neu installiert. Und jetzt funktioniert die GPS-Anzeige wieder. Ich sehe auch wieder was und muss nicht mehr blind auf die Navigation von meinen Mitreisenden vertrauen. 

Fotos von campofant.com
Fotos von campofant.com

Irgendwo im Nirgendwo taucht ein Brunnen auf. Sogar mit Solaranlage und Pumpe. Aber da kommt soviel Wasser, dass ich es nicht in den Tank füllen kann. Also wird das Wasser von Hand hochgezogen und über einen Kanister in den Tank geschüttet. Ich habe nicht so viel Wasser und wer weiß, wie lange wir noch unterwegs sind. Also besser auffüllen. 

Foto von campofant.com

Nach ein paar Stunden suchen wir einen Schlafplatz und werden direkt neben einem sandigen Oued fündig. Die Campofanten haben ein Problem an ihrem Rundhauber. Für Stefan aber natürlich nur ein kleines Problem. In der Zeit kriege ich es tatsächlich hin mich beim Parken festzufahren. Der Boden sah irgendwie stabiler aus als er war. Und Parken ist ja eh nicht meine Stärke.

Foto von campofant.com

Nach einer kurzen Buddelaktion zieht mich dieses Mal Andre mit dem Vario raus. Der Boden ist stabil und der Vario hat genug Leistung für meine 3 Tonnen. Ich finde dann beim zweiten Anlauf auch einen stabilen Schlafplatz. Internet gibt es heute keines. Schon erstaunlich, dass wir bisher immer welches hatten. Weit weg von der Zivilisation.

Am Horizont erscheint ein grüner Rundhauber. Sehr cool! Annette und Benedikt. Sie gesellen sich zu uns und werden uns auch auf der weiteren Tour begleiten. Zwei Abschleppfahrzeuge auf einer Wüstentour sind noch besser als eines. 

Ich mache Crêpes zum Mittagessen. Von Markus habe ich vor ein paar Tagen ein leckeres Glas mit selbstgemachter Aprikosen-Konfitüre geschenkt gekriegt. Ein Traum! Und zum Abendessen wird eines der letzten Gläser Pesto geköpft. Langsam sind meine Vorräte aus Europa alle zu Ende. Und kulinarische Gelüste können nicht mehr so einfach befriedigt werden.

Am Nachmittag toben die Hunde mal wieder. So ein Sandkasten ist einfach toll! Und die vielen tollen Fotos verdankt ihr übrigens Robby!

Fotos von campofant.com

Wir befürchten schon, dass es heute kein Feuer gibt. Es liegt einfach nicht viel Holz rum. Aber die Männer der Truppe treiben irgendwo doch noch welches auf. Lagerfeuer unter diesem traumhaften Sternenhimmel, sowas wird nie langweilig. Das Restfeuer wird dann auch gleich noch zur Müllverbrennung genutzt.