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Donnerstag, 17. Januar

Heute wollen wir bis Foum Zguid. Das Ziel unserer Wüstentour. Und damit wir das heute auch erreichen, ist die Abfahrt wieder um 10 Uhr. Oder auch nicht. Ich muss erst wieder durch den Sand zurück auf die Piste gezogen werden. 

Der letzte Sand. Und damit hoffentlich auch die letzte Abschlepp-Aktion. Gezählt habe ich übrigens nicht. Aber ohne die gelben und grünen Engeln, wäre ich wohl auch Tage später noch irgendwo beim Erg Chegaga am buddeln. Also ein fettes Danke an dieser Stelle!!

Fotos von rumgurken.jetzt

Die Piste führt uns an der Auberge von Bachir vorbei. Allerdings finden wir sie erst nicht. Ich habe die Visitenkarte mit einem Foto der Auberge. Nur stehen da mehrere solche Unterkünfte und sie sehen irgendwie alle gleich aus. Bachir sieht uns aber kommen und kommt mit seinem Moped entgegen.

Er hat uns erwartet. Ich habe ihm gestern gesagt, dass wir zwischen 10 und 11 Uhr kommen. Essen wollen wir immer noch nichts. Schließlich sind wir erst gerade losgefahren. Wir geben die Flaschen zurück. Wir seien früh dran. 

Hää? Es ist 10 vor 11. Aber bei ihm ist 10 vor 10. In der Wüste ist die Zeitumstellung wohl noch nicht angekommen. Ich diskutiere nicht. Das habe ich hier schon lange aufgegeben. 

Er würde gerne noch quatschen. Aber wir wollen weiter und die anderen sind schon wieder in ihren Fahrzeugen. Ich verabschiede mich von ihm. Zum Abschied macht er mir noch ein sehr liebes Angebot. Wenn ich nächsten Winter wiederkomme, soll ich doch ein oder zwei Monate hierbleiben. Er hätte auch Arbeit im Restaurant für mich.

Lac Iriki. Ein See der ganz ohne Wasser daherkommt. Er ist ausgetrocknet. Endlich wieder schneller als 10 km/h fahren. Die Piste erinnert an eine Autobahn. Verschiedene Spuren. Einige sind besser und andere schlechter. Aber wir kommen vorwärts.

Aber die Steine lassen uns noch nicht gehen. Nach der See-Piste kommen nochmals miese böse Steine. Wir müssen uns das Ende hart verdienen. Es zieht sich. Und zieht sich. Aber objektiv betrachtet ist die Piste besser als auch schon. 

Am Horizont erscheint Foum Zguid. Und ein Militärposten. Der Beamte sammelt Fiche (Zettel mit allen wichtigen Daten aus dem Pass). Ich habe keinen. Schlechte Vorbereitung. Also schreibt er die Daten vom Pass ab. An mir haben sie wohl besonders Freude. Liegt wohl an den Französischkenntnissen.

Einer von ihnen spricht aber auch Englisch. Der ist erst bei Andre und Tanja, die im Vario vor mir fahren. In der Zeit kommt ein weiterer Soldat zu mir und quatscht auf Französisch mit mir. Wo ich herkomme? Zum ersten Mal in der Wüste? Ich lobe wie schön Marokko und die Wüste ist. Er ist Berber und kommt ursprünglich aus Sidi Ifni. 

Der englischsprechende Beamte kommt dazu. Und fragt mich die gleichen Fragen nochmal. Wohl Standard hier. Als Abschluss fragen sie noch nach einem Geschenk. Ich habe leider nichts. Wein? Oh, es tut mir sehr leid. Ich trinke keinen Alkohol. Schöne Zeit noch in Marokko und bis bald.

Yeaai!! Wir haben es geschafft. Teerstraße!!! 140 Kilometer Piste durch die Wüste. In 10 Tagen. Zur größten Sandwüste in Marokko. Durch Sand und über miese Steine. Ohne Allrad. Was ein krasses Gefühl!

Foto von rumgurken.jetzt

Wir fahren in die Stadt. Essen oder Einkaufen? Einstimmig entscheiden wir uns für Essen. Also die Fahrzeuge abgestellt und eines der Restaurants angesteuert. Das Essen ist sehr lecker. Hühnchen-Spieße, Kefta, super knackige Pommes, Salat und Reis. Obst zum Nachtisch. 

Danach Einkaufen. So schön wieder in der Zivilisation zu sein. Wir müssen erst einen Einkaufsladen suchen. Gar nicht so einfach. Die kleinen Einkaufsläden sind hier oft sehr unauffällig hinter dicken Türen versteckt. Wir werden dann aber fündig. 

Die Geschäfte haben hier so einen „Tante-Emma-Laden-Charme“. Ich zähle meine Liste auf und er hat fast alles. Nur keine Nudeln. Ein Leben ohne Pasta. Undenkbar. Ein paar Geschäfte weiter gibt es auch Nudeln. Ich werde begleitet, dass ich die auch ja finde. Diese Freundlichkeit der Marokkaner liebe ich. 

Stellt euch die gleiche Situation bei uns vor. Du kaufst in einem Lebensmittelgeschäft ein, dass gerade einen Artikel nicht an Lager hat. Der Verkäufer entschuldigt sich bei dir und begleitet dich ein paar Häuser weiter zur Konkurrenz, damit du den Artikel doch noch findest. 

Sfenj. Diese frittierten Teigringe. Ich mag die unglaublich gerne. Und in jedem größeren Ort gibt es jemand, der sie zubereitet. Nur wo denn? Ich frage kurzerhand im Restaurant, wo wir gegessen haben. Ein paar hundert Meter weiter bei der blauen Tür. Und tatsächlich. Sfenj. Einfach echt lecker!!

Für heute Nacht fahren wir auf dem erstbesten Camping. Nicht hübsch. Aber egal. Wir sind am Abend alleine. Benedikt kramt das letzte Holz raus und wir machen zum Abschluss nochmals Feuer. Und jeder schmiedet so seine Pläne für den weiteren Reiseverlauf. Ich schwärme von Tafraoute. Die Anderen kennen es nicht und kriegen aber auch Lust.

Und weil die Tour so geil war, hier die Berichte der anderen Teilnehmer (sehr empfehlenswert!!). 

https://campofant.com/rallye-erg-chegaga/

https://www.crosli.de/reiseblog/die-piste/

https://www.amumot.de/marokko-wir-fahren-190km-erg-chegaga-piste-von-mhamid-nach-foum-zguid/

Danke für die tollen Tage, die geile Tour, die gemütlichen Momente am Lagerfeuer, die Hilfe mit der Wunde von Jackson, das dauernde Abschleppen und die schönen Fotos.